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Neubildung von Grundwasser halbiert

Neubildung von Grundwasser halbiert

Die Grünen haben eine Große Anfrage zur Wassernutzung in Nordrhein-Westfalen gestellt.

In dem Antwortbericht dazu gibt dazu einige erfreuliche Erkenntnisse, wie z.B. dass der Pro-Kopf-Wasserverbrauch in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen rund 30 Jahren um knapp 13 Prozent gesunken ist.

Leider sind aber auch andere Fakten mindestens besorgniserregend. Dazu gehört, dass die Neubildung von Grundwasser sich binnen 20 Jahren halbiert hat. Ein Grund dafür ist weiterhin die Versiegelung von Flächen und der damit einhergehende Verlust von Grünland. Erschreckend ist, dass der Flächenverbrauch weiterhin zunimmt, trotz aller bekannten Folgen.

Die ökologischen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt sind enorm und bereits heute spürbar. Aufgrund der übermäßigen Bodenversiegelung kann Regenwasser nicht mehr so gut versickern und die Grundwasservorräte auffüllen. Ferner steigt das Risiko, dass bei starken Regenfällen die Kanalisation oder die Vorfluter die oberflächlich abfließenden Wassermassen nicht fassen können und es somit zu örtlichen Überschwemmungen kommt. Der Bau von zwei Regenrückhaltebecken allein in Forsbach ist der beste Beleg. Die Abwasserproblemtik am ForsPark ist zudem ungelöst.
Die Kosten dafür und für alles andere werden aber ganz sicher von den Bürgerinnen und Bürgern getragen in Form von ständig steigenden Abgaben. Denn Wachstum ist teuer, sehr teuer!

In Rösrath wird gebaut, als gäbe es kein einziges dieser Probleme. Eine Freifläche, wie der ForsPark, wird uns als Brachfläche „verkauft“, also als nutzlose Fläche, die es -wirtschaftlich- zu nutzen gilt. Dass eine solche Freifläche aber einen übergeordneten Nutzen hat und wichtiger Bestandteil von komplexen natürlichen Zusammenhängen ist, die unsere Lebensgrundlage bilden, das wird ignoriert.

Das Bauvorhaben Am ForsPark hat keine fundierte Grundlage. Alternativkonzepte sind vorhanden und wurden u.a. vom ForsPark e.V. vorgelegt.

Es ist an der Zeit, das ganze Bild zu betrachten, Zusammenhänge zu erkennen.

Dafür brauchen wir Politiker, die mit Augenmaß und Weitsicht denken und handeln. Wir brauchen keine Politiker, die gegen die Menschen arbeiten, die in Rösrath leben beziehungsweise deren Interessen völlig ignorieren.

Beschluss zur Offenlage – Es wird gebaut und damit basta!

Beschluss zur Offenlage – Es wird gebaut und damit basta!

Am 25.11.2019 fand erneut eine Sitzung des Stadtentwicklungs-, Planungs-und Verkehrsausschusses statt. Das wird aber im Sitzungskalender der Stadt offensichtlich nicht mehr veröffentlicht. Verständlicherweise, denn kritische Bürger sind ja lästig.

Nach zwei Stunden ‚Neugestaltung Sülztalplatz‘ und ‚Denkmalschutz-Bereichssatzung Hoffnungsthal‘ wurde die ‚Offenlage B-Plan Heidchenwiese‘ in gerade einmal 5 Minuten abgehandelt.

Der Rat der Stadt Rösrath hatte seinerzeit seine Absicht klar hervorgebracht, dass eine Weiterführung der Planstraße nach Süden gegeben sein muss, um die Erschließungsmöglichkeit weiterer Baugrundstücke im Süden des Areals zu gewährleisten.
Der neue städtebauliche Entwurf wurde also überarbeitet und vorgestellt.

Ein Vertreter der FDP bedankte sich freundlich für die Überarbeitung des Plans. Der kleine Weg vom Wendehammer in Richtung Süden wurde verbreitert, so dass jetzt die Möglichkeit gegeben ist, künftig dies als Straße in Richtung Süden des Areals auszubauen, um so das gesamte Areal doch noch zu bebauen.

Ohne jeden weiteren Wortbeitrag beschloss der Ausschuss die Offenlage bei einer Enthaltung (Hr. Bachmann).

Verfahrensrechtlich wird die Offenlage nun im Amtsblatt und der lokalen Presse veröffentlicht.

Die Offenlage für den Bebauungsplan Nr. 124 “Heidchenwiese” ist für Januar/ Februar 2020 vorgesehen.

Der 4-wöchige Zeitraum der Offenlage muss außerhalb der Schulferien liegen.

Wohnraum ist Lebensraum!

Wohnraum ist Lebensraum!

Wohnraum gegen Lebensraum heißt es in dem aktuellen Artikel des Kölner Stadt-Anzeigers mit der Überschrift Heimat-Check Rösrath Wachsende Stadt punktet mit viel Grün – auch in Zukunft?

Wir dagegen meinen Wohnraum ist Lebensraum.

Wachstum um jeden Preis scheint das Motto des Stadtrats zu sein. Und bloß keine Einmischung von Einwohnern der Stadt. Nicht anders ist die Aussage von Bürgermeister Mombauer zu verstehen, der sagt: „Bei Baugebieten gibt es unterschiedliche Interessen, das ist ganz normal. Wichtig ist, dass sie im Blickfeld von Politik und Stadtverwaltung bleiben.“ Das bedeutet nichts anderes, als dass diejenigen Rösrather Bürgerinnen und Bürger, die das ein oder andere kritisch hinterfragen, als lästige Gegner angesehen werden, die die politische traute Rösrather Einigkeit im Stadtrat stören. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Interessen, die über die der politisch Handelnden hinausgehen, ist jedenfalls nicht erkennbar. Ein alternatives Nutzungskonzept des Vereins ForsPark e.V. für das Bauvorhaben am Kirchweg hat der CDU-Fraktionsvorsitzende Füsser mit „Das wird jetzt gebaut und damit basta“ abgeschmettert.

Warum aber ist der Druck auf die Stadt Rösrath, der gebetsmühlenartig vorgetragen wird, so groß? Wenn es darum geht günstigen Wohnraum zu schaffen, wie oft argumentiert wird, dann wird es bereits hier argumentativ schwierig. Denn Nachverdichtung ist ein wesentlicher Preistreiber. Je stärker ein Ballungsraum wächst, desto stärker ist seine Sogwirkung. Der Bodenrichtwert in Rösrath steigt und steigt. Dieser Bodenrichtwert fließt in die Berechnung der ortsüblichen Vergleichsmieten ein und treibt auch den Mietspiegel weiter nach oben.

Diejenigen, die sich Rösrath leisten können, ziehen zu, diejenigen, die es sich nicht mehr leisten können, müssen abwandern. Das betrifft besonders ältere Menschen und Mitbürger mit kleinem Einkommen. Soziale Unausgewogenheit ist die Folge.

Spielt möglicherweise auch eine Rolle, dass aus Investorensicht Wohnungen angesichts niedriger Zinsen als gute Geldanlage gelten? Mit Blick auf die zu erwartenden Preise des neugeschaffenen Wohnraums kann jegliche soziale Motivation dieser Bauaktivität wohl eher ausgeschlossen werden.

Sicher, eine Stadt braucht auch ihre Einnahmen. Auch die müssen steigen. Aber warum ist das so? Wachstum erzeugt hohe Kosten. Der Bedarf an neuer Infrastruktur wie Straßen und Kita-Plätzen steigt mit jedem neuen Haus und mit jeder neuen Wohnung. Dafür braucht die Stadt wiederum neue Einnahmen, vor allem Gewerbesteuereinnahmen, und das heißt noch mehr Gewerbe.

Und der Hebesatz der Grundsteuer B, die jeder -ob Eigentümer oder Mieter- bezahlen muss, beläuft sich in Rösrath bereits auf ganze 690%! Eine Endlosspirale.
Übrigens, in Köln, die Stadt, die so viel Druck auf Rösrath ausübt, liegt die Grundsteuer B bei 515%.

Was haben die Rösratherinnen und Rösrather davon, wenn alles zugebaut wird, die Infrastruktur überlastet und der Charakter der Stadt verloren gegangen ist?! Wessen Interessen haben die Rösrather Politiker eigentlich zu vertreten? Die Interessen irgendwelcher Leute, die irgendwann von irgendwo einmal nach Rösrath ziehen, die Interessen von Investoren oder vorrangig die Interessen der Bürgerinnen und Bürger, die in Rösrath leben und diese Politiker gewählt haben? Natürlich müssen alle Interessen berücksichtigt werden, aber vor allem doch die der hier lebenden Bevölkerung!

Was wir brauchen, ist eine vernünftige Wohnraum- und Lebensraum-Planung. Dazu gehören vorrangig ein ausgewogener Wohnungsbau unter Erhalt der wenigen unverzichtbaren Grünflächen, die Verknüpfung von Wohnraumentwicklung und infrastrukturellen Voraussetzungen zu einem Gesamtkonzept und – nicht zuletzt – die Erkenntnis, dass auf einer begrenzten Fläche nicht unbegrenzt gebaut werden kann.

Wir brauchen Politiker, die mit Augenmaß und Weitsicht denken und handeln. Wir brauchen keine Politiker, die gegen die Menschen arbeiten, die bereits in Rösrath leben beziehungsweise deren Interessen völlig ignorieren.

Verweise